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Präsidentschaftswechsel in der Leibniz-Gemeinschaft

Nach acht Jahren als Präsident der Leibniz-Gemeinschaft hat Matthias Kleiner das Amt an seine Nachfolgerin Martina Brockmeier übergeben. Der Amtswechsel fand in einer Feierstunde im Berliner Futurium im Beisein der Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger und der Hamburger Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank statt. Der offizielle Beginn der Amtszeit Martina Brockmeiers ist der 1. Juli.

Vor etwa 250 Gästen im Berliner Futurium und begleitet durch furiose Musikbeiträge des renommierten Stegreif-Orchesters übergab Matthias Kleiner die Leibniz-Präsidentschaft an seine Nachfolgerin: „Ich gratuliere Martina Brockmeier und der Leibniz-Gemeinschaft herzlich zueinander und wünsche beiden eine tolle, dynamische Zeit miteinander“. Die Agrarökonomin an der Universität Hohenheim und frühere Vorsitzende des Wissenschaftsrats ist somit die siebte Person, die die Präsidentschaft der Leibniz-Gemeinschaft innehat. Die Amtszeit beträgt vier Jahre.

 

Die künftige Leibniz-Präsidentin Martina Brockmeier sagte in ihrer Antrittsrede: „Die Leibniz-Gemeinschaft für ihren Beitrag zur Lösung der großen gesellschaftlichen Herausforderungen noch stärker, resilienter, agiler und innovativer zu machen, also ein Katalysator für all dies sein zu dürfen, ist mir eine Herzensangelegenheit. Gemeinsam können wir uns so noch intensiver als heute den relevanten Themen widmen: Klimawandel, Gesundheit, Ernährungssicherheit, Technologischer Souveränität oder gesellschaftlichem Zusammenhalt und vielem mehr. Hier kann – und wird – die Leibniz-Gemeinschaft mit ihrem gleichermaßen erkenntnis- und anwendungsorientierten Forschungsmodus einen zurecht von ihr erwarteten wichtigen Beitrag leisten.“

Der scheidende Präsident Matthias Kleiner betonte: „Es war ein Privileg, acht Jahre Präsident dieser Wissenschaftsorganisation besonderen Typs zu sein. Wir haben vieles gewagt und vieles gewonnen, vor allem aber eines: mehr Gemeinschaft! Ich danke, dass ich diese Gemeinschaft und ihre Institute begleiten, motivieren und in ihr Ideen anstoßen, entwickeln, fördern und umsetzen durfte.“

Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Bettina Stark-Watzinger, sagte: „Ich freue mich sehr, dass Frau Professorin Brockmeier das Amt der Präsidentin der Leibniz-Gemeinschaft übernimmt. Sie ist eine exzellente Wissenschaftlerin, hervorragend vernetzt und vielfach ausgezeichnet. Es ist mir eine besondere Freude, der ersten Frau als Leibniz-Präsidentin zu gratulieren. Ich wünsche mir, dass sich in der deutschen Forschungslandschaft auch jenseits der großen Wissenschaftsorganisationen viele Nachahmerinnen finden. Besonders danke ich Herrn Professor Kleiner für seinen langjährigen, unermüdlichen Einsatz für die deutsche Wissenschaft. Als Präsident der Leibniz-Gemeinschaft hat er maßgeblich dazu beigetragen, die Corporate Identity der Leibniz-Gemeinschaft weiterzuentwickeln, die Fächervielfalt zusammenzuführen und der Leibniz-Gemeinschaft einen Schub zu geben. Die Leibniz-Gemeinschaft steht mit ihrem Leitgedanken ,theoria cum praxi‘ für eine moderne Wissenschaft, in der Forschung und Transfer in die Anwendung gleichermaßen bedacht werden.“

Die Hamburger Zweite Bürgermeisterin sowie Senatorin für Wissenschaft, Forschung, Gleichstellung und Bezirke, Katharina Fegebank, hob hervor: „Mit Professor Matthias Kleiner geht ein Präsident, dessen Appell für Freiheit und Verantwortung der Wissenschaft noch lange nachhallen wird. Seine kluge und leidenschaftliche Führung hat die Leibniz-Gemeinschaft in den letzten Jahren entscheidend geprägt, dafür gilt ihm mein Dank. Leibniz ist der Inbegriff der gesellschaftsnahen Wissenschaft, der wissenschaftliche Ort, an dem Neugierde getriebene und anwendungsorientierte Forschung zusammenkommen. Angesichts der Vielzahl an gesellschaftlichen Herausforderungen ist Leibniz wichtiger denn je. Mit Professorin Martina Brockmeier tritt eine weitsichtige und tatkräftige Wissenschaftlerin an die Spitze der Leibniz-Gemeinschaft und ich freue mich auf die Impulse, die ihre Präsidentschaft bringen wird.“

 

Der Präsident der Leibniz‐Gemeinschaft repräsentiert die Wissenschaftsorganisation nach innen und nach außen und entwirft die Grundzüge ihrer Wissenschaftspolitik. Er vertritt die gemeinsamen Interessen der Mitgliedseinrichtungen gegenüber dem Bund, den Ländern, anderen Wissenschaftsorganisationen und der Öffentlichkeit. Der Präsident wirkt in nationalen und internationalen wissenschaftspolitischen Gremien und Organisationen mit. Er führt den Vorsitz in der Mitgliederversammlung, im Vorstand und im Präsidium und leitet die Sitzungen des Senats. Der Präsident wird von der Mitgliederversammlung für vier Jahre gewählt, eine Wiederwahl ist möglich.

 

Matthias Kleiner war seit Mitte 2014 sechster Präsident der Leibniz-Gemeinschaft. Von 2007 bis 2012 war der Ingenieur und Umformtechniker Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Zuvor entwickelte er von 1994 bis 1998 den Lehrstuhl für Konstruktion und Fertigung an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus. 1998 wechselte er an die Universität Dortmund, wo er unter anderem das neu gegründete Institut für Umformtechnik und Leichtbau aufbaute. Im Jahr 1997 erhielt Matthias Kleiner den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

 

Martina Brockmeier ist Agrarökonomin und seit 2009 Professorin für Internationalen Agrarhandel und Welternährungswirtschaft an der Universität Hohenheim. Zuvor war sie von 1999 bis 2008 Leiterin des Instituts für Marktanalyse und Agrarhandelspolitik am Thünen-Institut in Braunschweig. Von 2017 bis 2020 war Martina Brockmeier Vorsitzende des Wissenschaftsrats, dem sie seit 2014 angehörte. Martina Brockmeier wurde im November 2021 zur Präsidentin der Leibniz-Gemeinschaft gewählt. Ihre vierjährige Amtszeit beginnt am 1. Juli 2022.

Bild: David Ausserhofer

Weitere Pressebilder sind online verfügbar unter www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/presse/pressefotos

 

Ein Interview mit Martina Brockmeier im Online-Magazin „leibniz“ ist online verfügbar unter www.leibniz-magazin.de/alle-artikel/magazindetail/newsdetails/gemeinsam-sind-wir-zu-unglaublichem-in-der-lage

 

Pressekontakt für die Leibniz-Gemeinschaft

Christoph Herbort-von Loeper

Tel.: 030 / 20 60 49 – 471

Mobil: 0174 / 310 81 74

herbort@leibniz-gemeinschaft.de

 

Die Leibniz-Gemeinschaft

Die Leibniz-Gemeinschaft verbindet 97 eigenständige Forschungseinrichtungen. Ihre Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute widmen sich gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevanten Fragen. Sie betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Forschung, auch in den übergreifenden Leibniz-Forschungsverbünden, sind oder unterhalten wissenschaftliche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte Dienstleistungen an. Die Leibniz-Gemeinschaft setzt Schwerpunkte im Wissenstransfer, vor allem mit den Leibniz-Forschungsmuseen. Sie berät und informiert Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Leibniz-Einrichtungen pflegen enge Kooperationen mit den Hochschulen   u.a. in Form der Leibniz-WissenschaftsCampi, mit der Industrie und anderen Partnern im In- und Ausland. Sie unterliegen einem transparenten und unabhängigen Begutachtungsverfahren. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen knapp 21.000 Personen, darunter fast 12.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei zwei Milliarden Euro.

www.leibniz-gemeinschaft.de