DAAD „Zukunft Ukraine“-Fellowship: Mariia Chipura verstärkt die Arbeitsgruppe Lutz
Die Arbeitsgruppe (AG) Lutz begrüßt ab August eine neue Gastwissenschaftlerin: Die ukrainische Forscherin Mariia Chipura wird die AG im Rahmen des vollständig geförderten DAAD „Zukunft Ukraine“-Fellowship unterstützen.
Mariia Chipura hat kürzlich ihren Master im Fach Biologie an der Kyiv Academic University erfolgreich abgeschlossen. In ihrer Forschung beschäftigte sie sich mit der Rolle von 5-Hydroxymethylcytosin (5-hmC), einem der DNA-Base Cytosin ähnlichem Molekül, in Verhaltensmodellen der posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS). Hierbei setzt sie sich insbesondere mit dem Single-Prolonged-Stress-Modell, ein präklinisches Tiermodell, das in der Forschung eingesetzt wird, um die Verhaltens- und neurobiologischen Veränderungen der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) zu untersuchen, auseinander.
Mithilfe von Dot-Blot-Assays, einer molekularbiologischen Methode, um Proteine oder Nukleinsäuren nachzuweisen, untersuchte sie den 5-hmC-Spiegel in Bereichen des Gehirns, die stark in soziale Interaktionen, Emotionsregulation und Entscheidungsfindung sowie räumliche Orientierung und das Verarbeiten von Emotionen involviert sind und analysierte dabei auch mögliche Effekte einer Behandlung mit Escitalopram, einem Antidepressivum das den Serotonin-Spiegel im Gehirn erhöht.
Neben ihrer Erfahrung in molekularbiologischen Methoden, insbesondere der Immunhistochemie, interessiert sich Mariia Chipura besonders für neuroepigenetische Mechanismen von Stressreaktionen. Während ihre bisherige Arbeit Veränderungen von 5-hmC-Spiegeln im Gehirn untersuchte, möchte sie künftig gezielt die spezifische Lokalisierung von 5-hmC im Hippocampus untersuchen und herausfinden, wie sich diese nach der Modulation des PTBS-Tiermodells verändert. Damit widmet sie sich einer wichtigen Forschungslücke innerhalb der Neuroepigenetik.
Langfristig verfolgt Mariia Chipura das Ziel, die Rolle von 5-hmC bei PTBS besser zu verstehen und zu untersuchen, wie diese epigenetische Markierung durch weitere Proteine reguliert werden kann. Ihre Forschung kann damit dazu beitragen, die biologischen Mechanismen zu entschlüsseln, die individuelle Unterschiede im Umgang mit traumatischen Erfahrungen beeinflussen können und damit einen wichtigen Beitrag dazu leisten die biologischen Grundlagen der psychischen Resilienz besser zu verstehen. Die Fortsetzung ihrer wissenschaftlichen Laufbahn im Rahmen einer Promotion stellt für sie daher den nächsten konsequenten Schritt dar.
Wir freuen uns sehr, Mariia Chipura in der AG Lutz willkommen zu heißen, und wünschen ihr einen erfolgreichen Start.