Verstanden

Forschungsbereiche des LIR

Die Forschung des Leibniz-Instituts für Resilienzforschung wird in den folgenden drei Bereichen gebündelt:

Die drei Arbeitsgruppen im Forschungsbereich "Molekulare und zelluläre Mechanismen der Resilienz", AG Lutz, AG Müller und AG Schweiger, untersuchen vor allem im Tiermodell die Hypothese, dass zelluläre Prozesse und deren zugrundeliegenden molekularen Mechanismen wesentlich zur Resilienz beitragen. Sie gehen von der Annahme aus, dass Resilienz ein dynamischer Adaptionsprozess ist, der durch genetische, epigenetische, biochemische/metabolische und neurophysiologische Prozesse sowie durch Umwelt und Verhalten beeinflusst wird. Zentral in der Forschung mit Tiermodellen ist das Phänomen der individuellen Variabilität als Antwort auf sozialen und physischen Stress.

Die vier Arbeitsgruppen im Forschungsbereich "Systemische Mechanismen der Resilienz", AG Bergmann, AG Kalisch, AG Stroh und AG Tüscher, untersuchen systemische Resilienzmechanismen, insbesondere neuronale Netzwerkaktivitäten und neurokognitive Prozesse. Die Forschung wird sowohl im Tiermodell als auch an gesunden Probanden durchgeführt. Ziel ist es, potenzielle systemische Resilienzmechanismen zu identifizieren und zu validieren, um diese dann in neurobiologisch-basierte resilienzfördernde Maßnahmen, zum Beispiel Neurostimulationsverfahren, für Menschen zu übersetzen, die dann im Forschungsbereich "Kognitive und Verhaltensmechanismen der Resilienz" aufgegriffen und validiert werden können. Zur Identifizierung und Validierung von Resilienzmechanismen werden notwendigerweise auch prospektive Langzeitstudien an Probanden hinzugezogen. Hier sind insbesondere die Langzeitstudien "Mainzer Resilienz-Projekt" (MARP) und "Longitudinal Assessment of Resilience" (LORA) zu nennen.

Die drei Arbeitsgruppen im Forschungsbereich "Kognitive und Verhaltensmechanismen der Resilienz", AG Lieb, AG Rigotti und AG Wessa, entwickeln, basierend auf dem Verständnis von Resilienzmechanismen, die unter anderem in den anderen beiden Forschungsbereichen des LIR identifiziert und validiert werden, neurokognitive Maßnahmen und Verhaltensmaßnahmen zur Förderung von Resilienz. Mögliche Methoden umfassen Neurostimulation, Neurofeedback, Smartphone-Applikationen sowie Online- und computergestützte Tools, aber auch pharmakologische Interventionen. Zur Evaluation der Wirksamkeit der Trainings und Interventionen werden offene sowie randomisiert-kontrollierte Studien mit Unterstützung der Plattform Clinical Investigation Center (CIC) durchgeführt. Diese neuentwickelten Strategien fließen langfristig in die wissenschaftsbasierten Dienstleistungen ein, um diese der Gesellschaft zugänglich zu machen. Forschungsbereich "Kognitive und Verhaltensmechanismen der Resilienz" umfasst außerdem die Analyse von Resilienzmechanismen in beruflichen und privaten Lebenskontexten durch Feldstudien, das Erstellen von systematischen Reviews und Meta-Analysen bezüglich der Bedeutung von Resilienzfaktoren und der Wirksamkeit von Resilienzinterventionen sowie die Bearbeitung ethischer Fragen und Methodenkritik zum Thema Resilienz.

Kontakt
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