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NanoBrain Young Investigator Awards 2026 erstmals verliehen – Drei Projekte erhalten Förderung von bis zu 30.000 Euro

Der Leibniz-WissenschaftsCampus NanoBrain vereint mehrere führende Forschungseinrichtungen in Mainz, darunter das Leibniz-Institut für Resilienzforschung (LIR), die Johannes Gutenberg-Universität Mainz, die Universitätsmedizin Mainz, das Institut für Translationale Onkologie (TRON) gGmbH, das Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPI-P) sowie das Institut für Molekulare Biologie (IMB) gGmbH. Gemeinsam verfolgen die Partner das Ziel, konzeptuell neue, innovative und hochspezifische Ansätze zur Prävention und Behandlung von Erkrankungen des zentralen Nervensystems zu entwickeln. 

Am 8. Juni 2026 wurden erstmals die NanoBrain Young Investigator Awards verliehen, die von Prof. Dr. Marianne Müller (Leibniz-Institut für Resilienzforschung) in ihrer Funktion als Sprecherin des Leibniz-WissenschaftsCampus NanoBrain übergeben wurden. Mit dem neu geschaffenen Förderpreis werden talentierte Nachwuchsforschende ausgezeichnet, deren Projekte einen wichtigen Beitrag zur Mission von NanoBrain leisten. Ziel der Auszeichnung ist es, die interdisziplinäre Zusammenarbeit innerhalb des Konsortiums zu fördern, wissenschaftliche Exzellenz sichtbar zu machen und die Unabhängigkeit junger Forschender zu stärken.

Aus den eingereichten Projekten wählte der NanoBrain-Vorstand drei besonders herausragende Vorhaben aus. Alle ausgezeichneten Projekte tragen dazu bei, innovative Strategien für den Transport von Therapeutika über die Blut-Hirn-Schranke zu entwickeln und neue Ansätze zur Behandlung psychischer Erkrankungen voranzutreiben.

Ausgezeichnet wurden folgende Projekte:

1. Extrazelluläre Vesikel-vermittelte Kommunikation zwischen Gehirn und Peripherie bei Stressanfälligkeit und Resilienz: Ein Weg zu natürlichen Nanotransportern für Diagnose und Behandlung?
Katrin Becker (Leibniz-Institut für Resilienzforschung Mainz) und Judith Eberz (Johannes Gutenberg-Universität Mainz):

„In unserem Projekt untersuchen wir winzige Partikel, sogenannte extrazelluläre Vesikel, die dem Gehirn und anderen Organen helfen, während Stresssituationen zu kommunizieren. Ziel ist es zu verstehen, warum manche Menschen stressresilienter sind als andere, und neue Wege für die zukünftige Diagnose und Behandlung stressbedingter psychischer Störungen zu erforschen.“

 

2. Eine quantitative Pipeline für das gesamte Gehirn zur Verabreichung von HSA[1]-Nanokapseln und mRNA nach Hippocampus-spezifischer TUS[2]-BBBO[3]
Judy Kin Yi Cho (Universitätsmedizin Mainz), Dr. Mongkhol Prawatborisut (Max-Planck-Institut für Polymerforschung) und Dr. Ting Fu (Leibniz-Institut für Resilienzforschung Mainz):

„In unserem Projekt untersuchen wir den Transport biologischer Moleküle, beispielsweise mRNA, ins Gehirn mithilfe von Nano- und Ultraschalltechnologien. Dabei analysieren wir die Effizienz und Verteilung von Nanokapseln, die biologische Moleküle umhüllen und schützen können, nachdem ihnen durch eine spezifische Ultraschalltechnik der Weg über die Blut-Hirn-Schranke geebnet wurde. Langfristig könnten die Ergebnisse zu einer gezielten Wirkstoffabgabe in bestimmte Regionen des Gehirns beitragen.“

3. Synthese und Bewertung von RNA-beladenen Polymer-Nanopartikeln für die CellREADR[4]-vermittelte gezielte BDNF[5]-mRNA-Expression in serotonergen Neuronen
Dr. Aidan Izuagbe (Julius-Maximilians-Universität Würzburg) und PD Dr. Julia Leschik (Johannes Gutenberg-Universität Mainz):

„Dieses Projekt entwickelt zielgerichtete RNA-Nanopartikel, die mithilfe des CellREADR-Systems eine selektive BDNF-Produktion in serotonergen Neuronen ermöglichen. Ziel ist es, präzisere Therapieansätze für psychiatrische und neurologische Erkrankungen zu schaffen.“[6]

Die drei ausgezeichneten Projekte erhalten für einen Zeitraum von zwölf Monaten eine Förderung von bis zu 30.000 Euro pro Projekt.

Wir gratulieren den Preisträgerinnen und Preisträgern herzlich und wünschen ihnen viel Erfolg für die Umsetzung ihrer Forschungsvorhaben.


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[1] HSA = Humanes Serumalbumin (natürlich vorkommendes Eiweiß im menschlichen Blut, das unter anderem Stoffe transportiert und den Flüssigkeitshaushalt des Körpers mitreguliert)

[2] TUS = Transcranial Ultrasound Stimulation (Methode, bei der Ultraschall genutzt wird, um bestimmte Hirnregionen von außen gezielt zu stimulieren)

[3] BBBO = Blood–Brain Barrier Opening (Öffnung der Blut-Hirn-Schranke)

[4] CellREADR = Cell access through RNA sensing by Endogenous ADAR (Verfahren, mit dem bestimmte Gene gezielt nur in ausgewählten Zelltypen aktiviert werden)

[5] BDNF = Brain-Derived Neurotrophic Factor (ein körpereigenes Eiweiß, das das Wachstum, Überleben und die Vernetzung von Nervenzellen unterstützt)

[6] Das Projekt entwickelt winzige Transportpartikel, die bestimmte Nervenzellen dazu anregen, einen für die Gesundheit des Gehirns wichtigen Stoff (BDNF) herzustellen. Dadurch sollen künftig präzisere Therapien für Erkrankungen des Gehirns und der Psyche möglich werden.

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