Die Rolle der Blut-Hirn-Schranke in der Stressresilienz: Untersuchung neuer Wege zur pharmakologischen Förderung der Stressresilienz
Stressresilienz beschreibt die Fähigkeit, auch in belastenden Zeiten psychisch stabil zu bleiben und sich schnell zu erholen.
Gerade junge Erwachsene stehen heute vor großen Herausforderungen: technologische, soziale und wirtschaftliche Veränderungen führen zu wachsendem Druck und können zu psychischen Belastungen und Erkrankungen führen.
Deshalb braucht es neue Ansätze im Umgang mit Stress. Hierzu führen wir eine Studie durch und suchen Probanden und Probandinnen aller Geschlechter. Die Studie wird von der Universitätsmedizin Mainz in Kooperation mit dem Leibniz-Institut für Resilienzforschung (LIR gGmbH), der Universität Zürich, der Universität Warschau und der Universität von Lettland in Riga durchgeführt.
Doch was macht Menschen resilient?
Hintergrund der Studie
Aus Tierstudien gibt es Hinweise, dass langanhaltender Stress und Entzündungen die Funktion der Blut-Hirn-Schranke (BHS) beeinträchtigen können. Die BHS reguliert, welche Stoffe aus dem Blut ins Gehirn gelangen, und spielt damit eine wichtige Rolle für eine gesunde Hirnfunktion und das psychische Wohlbefinden.
In unserer Studie möchten wir untersuchen, ob diese Zusammenhänge auch beim Menschen bestehen und ob die Funktion der BHS mit der individuellen Stressresilienz zusammenhängt.
Ablauf der Studie
Wir untersuchen in dieser Studie individuelle Unterschiede in der Funktion der BHS mittels Magnetresonanztomographie (MRT).
Zusätzlich erhält die Hälfte der Teilnehmenden das Medikament Metformin, das seit vielen Jahren zur Behandlung von Typ-2-Diabetes eingesetzt wird und möglicherweise die Funktion der BHS verbessern kann. Die andere Hälfte der Teilnehmenden erhält ein Placebo.
Im Rahmen unserer Studie laden wir Sie zu vier Besuchen bei uns ein. Bei einigen der Besuche wird ein MRT durchgeführt und Blut entnommen. Bei vollständiger Teilnahme an der Studie erhalten Sie eine Vergütung von bis zu €620.
Teilnahmekriterien
Alter 18-25 Jahre
Immatrikulierte/r Student/in (m/w/d)
Keine Diagnose einer psychischen Störung
Ausschlusskriterien
Diagnose einer psychischen Störung
Unzureichende deutsche Sprachkenntnisse
Bekannte Vorgeschichte von Hirnverletzungen
Nachweis einer neurodegenerativen Erkrankung (z. B. Parkinson)
Multimorbidität oder signifikante Organfunktionsstörungen
Diabetes Typ 2
Vorhandensein eines Herzschrittmachers, implantierter medizinischer Pumpen, implantierter Herzkatheter oder akuter oder instabiler Herzerkrankung
Intrakranielle Implantate (Aneurysma-Klammern, Shunts, Stimulatoren, Cochlea-Implantate oder Elektroden)
Andere metallische Objekte im oder in der Nähe des Kopfes (Mund ausgeschlossen), die nicht entfernt werden können
Klaustrophobie
Wenn Sie Interesse an einer Studienteilnahme haben, bitten wir Sie, unseren etwa 15-minütigen Online-Fragebogen auszufüllen, um zu prüfen, ob eine Teilnahme für Sie möglich ist. Gelangen Sie hierüber direkt zum Online-Fragebogen.
Bei Fragen können Sie uns jederzeit gerne per E-Mail an bhs-stresstudie@lir-mainz.de kontaktieren.
Die Studie ist Teil des Projektes PHASR PP – Pharmakologische Verbesserung der Stressresilienz, welches durch folgende Kooperationspartner durchgeführt wird:
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Universitätsmedizin Mainz
Untere Zahlbacher Straße 8, 55131 Mainz
Leibniz-Institut für Resilienzforschung (LIR) gGmbH
Wallstraße 7, 55122 Mainz
Psychiatrische Universitätsklinik Universität Zürich
Lenggstraße 31 CH-8032 Zürich, Schweiz
Faculty of Psychology University Warsaw Krakowskie
Przedmieście 26/28 00-927 Warsaw, Polen
Faculty of Medicine and Life Sciences Institute of Clinical and Preventive Medicine University of Latvia
Jelgavas Str. 3 Riga, LV-1048, Lettland
PHASR-PP ist ein Era-Net Neuron Projekt und wird gefördert durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR).