Netzwerken beginnt früh im Leben
Eine neue Veröffentlichung des Leibniz-Instituts für Resilienzforschung (LIR) und der Universitätsmedizin Mainz mit dem Titel „Glucocorticoid receptors in oligodendrocyte precursor cells regulate hippocampal network plasticity and stress-induced behavior in mice“ zeigt, dass bereits früh im Leben mitgeprägt wird, wie flexibel unser Gehirn später auf Stress reagieren kann.
Im Mittelpunkt der Studie stehen sogenannte Oligodendrozyten-Vorläuferzellen. Aus diesen entstehen Zellen, die Nervenfasern mit einer schützenden Isolierschicht (Myelin) umgeben und so eine schnelle Weiterleitung von Informationen im Gehirn ermöglichen.
Im Mausmodell untersuchten die Forschenden, wie Stresshormone auf diese Zellen wirken. Dafür schalteten sie gezielt den Glukokortikoidrezeptoren aus – diese sind Andockstellen für Stresshormone wie Cortisol. Diese Veränderungen wirkten bis ins Erwachsenenalter: Die Myelinisierung veränderte sich, neuronale Netzwerke reagierten anders auf Stresshormone und auch bestimmte Lern- und Gedächtnisprozesse im Hippocampus waren verändert.
Die Ergebnisse zeigen, dass nicht nur Nervenzellen an der langfristigen Anpassung des Gehirns an Belastungen beteiligt sind. Auch andere Zelltypen können bereits während früher Entwicklungsphasen beeinflussen, wie flexibel neuronale Netzwerke später auf Stress reagieren.
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